Station 3

König der Rebsorten mit hohen Ansprüchen: Der Spätburgunder

Unsere ältesten Reben sind zugleich Zeugen des 1975 widerbelebten Lindauer Weinbaus und für uns ein besonderer Schatz, den es sich zu bewahren lohnt. Das hat gute Gründe:

Solch betagte Reben tragen ab einem Alter von etwa 20 Jahren weniger Trauben mit eher kleinen Beeren. Das Verhältnis von Fruchtfleisch/Saft zu Beerenhaut verschiebt sich so zugunsten der Schale, in der besonders viele Geschmacksstoffe sitzen.

Der Spätburgunder (Synonym: Pinot noir) ist vermutlich eine der ältesten noch im Anbau stehenden Rebsorten der Welt. Allgemein wird angenommen, dass der Pinot noir vor mehr als 2000 Jahren zu Zeiten der römischen Herrschaft über Gallien im heutigen Burgund aus einer Wildrebe gezüchtet wurde. Die Trauben des Pinot Noir weisen dicht hängende Beeren auf und ähneln einem großen Kiefernzapfen. Da „pin“ die französische Bezeichnung für Kiefer ist, geht man davon aus, dass daher auch der Name der Rebsorte rührt.

Der Ursprung des deutschen Spätburgunders lag übrigens im Bodmaner Königsweingarten. Karl der Dritte pflanzte dort im Jahre 884 die ersten Stöcke dieser Rebsorte an. Noch heute zählt der Spätburgunder zu den bedeutendsten und hochwertigsten Weinen der Welt.

Unsere Spätburgunder-Trauben werden nach einer langen Reifeperiode Ende September/Anfang Oktober von Hand gelesen und selektioniert. Mit der anschließenden Maischegärung (Fermentation mit Traubenschalen und Kernen) extrahieren wir Farb- und Gerbstoffe der Beeren. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt glänzen die jungen Weine mit einer intensiven, leuchtend rubinroten Farbe. Das reiche Bouquet von Waldbeeren, Kirschen und Mandeln unterstützen wir im Keller durch die Lagerung in Barrique-Fässern. Samtige Tannine und dezente Aromen von dunkler Schokolade verleihen dem Spätburgunder Struktur und Eleganz.